Schmerzen im Knie, in der Hüfte oder im unteren Rücken haben ihre Ursache häufig nicht dort, wo sie auftreten, sondern im Fuß. Mit Fußdruckmessung und Ganganalyse machen wir sichtbar, wie Sie tatsächlich stehen und abrollen. Die Ergebnisse bilden die Grundlage für die Auswahl einer geeigneten Einlagen- oder Schuhversorgung.
Warum Knie- und Rückenbeschwerden im Fuß beginnen können
Der Fuß trägt bei jedem Schritt ein Vielfaches des Körpergewichts und gibt Fehlbelastungen an die darüberliegenden Gelenke weiter. Knickt der Fuß beim Abrollen nach innen ein, dreht der Unterschenkel mit und das Kniegelenk wird in eine veränderte Achse geführt. Über längere Zeiträume kann daraus eine Belastung entstehen, die sich als Beschwerde im Knie, in der Hüfte, im Iliosakralgelenk oder im unteren Rücken äußert.
Eine Betrachtung, die sich auf die schmerzende Struktur beschränkt, greift daher häufig zu kurz. Wir beziehen den gesamten Bewegungsablauf in die Beurteilung ein.
Statische Messung und dynamische Analyse
Wir arbeiten mit zwei einander ergänzenden Verfahren.
Die statische Fußdruckmessung erfasst die Gewichtsverteilung im Stand. Auf der Messplatte wird sichtbar, welche Zonen besonders belastet werden, ob eine Körperseite mehr trägt als die andere und wo sich Druckspitzen konzentrieren – etwa unter dem Vorfuß bei abgesunkenem Quergewölbe. Sie liefert eine Momentaufnahme.
Die dynamische Ganganalyse erfasst den Bewegungsablauf. Beim Gehen über die Messstrecke wird der Abrollvorgang vom Fersenauftritt bis zum Abstoß über den Vorfuß aufgezeichnet. Erst dabei wird erkennbar, wie lange die einzelnen Phasen dauern, wohin die Belastung wandert und ob beide Seiten symmetrisch arbeiten.
Gemeinsam ergeben beide Verfahren ein Bild, das durch bloße Betrachtung nicht zu gewinnen ist. Die Auswertung besprechen wir mit Ihnen am Bildschirm.
Überpronation und Supination
Zwei Begriffe treten in der Auswertung regelmäßig auf.
Bei der Überpronation knickt der Fuß beim Abrollen deutlich nach innen ein. Das Längsgewölbe sinkt ab, die Ferse kippt nach innen, das Kniegelenk folgt der Drehung. Als Folge treten häufig Beschwerden an der Knieinnenseite, Reizungen der Achillessehne oder Schmerzen in der Fußsohle auf.
Bei der Supination rollt der Fuß über die Außenkante ab. Die Belastung konzentriert sich auf einen schmalen Bereich, die Dämpfung ist geringer und das Sprunggelenk weniger stabil geführt. Häufiges Umknicken kann darauf zurückgehen.
Beides sind Abweichungen im Bewegungsmuster, keine Erkrankungen, und beide lassen sich durch eine entsprechend aufgebaute Versorgung beeinflussen.
Vom Messergebnis zur Versorgung
Aus den Messdaten leiten wir die geeignete Versorgungsstufe ab:
- Individuelle Einlagen, wenn die Korrektur im Schuh erfolgen kann – der häufigste Fall.
- Eine Schuhzurichtung am vorhandenen Konfektionsschuh, etwa eine Abrollhilfe, ein Pufferabsatz oder eine Absatzerhöhung bei Beinlängendifferenz.
- Therapie- oder Komfortschuhe, wenn ein Konfektionsschuh die Fußform nicht mehr aufnimmt.
- Orthopädische Maßschuhe, wenn Deformität oder Belastungssituation eine Fertigung über einen individuellen Leisten erfordern. Diese stellen wir in unserer eigenen Werkstatt her.



